Die ersten Wochen und Monate einer Schwangerschaft kannst du ganz für dich alleine genießen, denn deine Schwangerschaft sieht man dir ja nicht sofort an. Natürlich werden Familie, Freunde und Kollegen immer wieder nach deinem Zustand und dem des Babys fragen, aber du wirst mit dir, deinem Körper und deinem Baby alleine sein und ihr zwei könnt euch in aller Ruhe annähern. Erst mit dem wachsenden Bäuchlein wirst du sie kennenlernen... die Spezie „Bauchgrapscher“. Mag sie dir vorher noch völlig fremd gewesen sein, wird sie dir nun überall begegnen. An der Supermarktkasse, beim Bummel durch die Stadt, bei deiner täglichen Arbeit. Auf einmal wollen sie alle deinen Bauch anfassen. Natürlich lässt man Familie und Freunde gerne an der eigenen Schwangerschaft teilhaben, aber wenn wildfremde Menschen ihre Hand nach deinem Bauch ausstrecken, kann das schon ein komisches Gefühl sein. Da fühlt man sich schnell wie eine Ziege im Streichelzoo, zur Schau gestellt und es scheint kein Entkommen.
Zu der Spezie „Bauchgrapscher“ gesellen sich vor allem zum Ende einer Schwangerschaft die „Bauchglubscher“. Je größer der Bauch, desto mehr Glubscher wird es geben in deinem Umfeld. Denn an einem sooooo riesigen Bauch kann man auch nur vorbeisehen. Bei manchen Menschen dieser Spezies entwickelt sich das Glubschen in regelrechtes Starren. Man meint das Gegenüber müsse sich noch einmal vergewissern, dass der Bauch, der da gerade an einem vorbeigehuscht ist, auch wirklich so groß gewesen ist, wie er beim ersten Hinglubschen gewirkt hat.
Wer glaubt, dass es mit der Ankunft des Babys vorbei sei mit der Neuentdeckung von bisher fremden Spezien, der liegt leider falsch. Der Spezie „Besserwisser“ bzw. „Erziehungsexperten“ habe ich hier vor ein paar Wochen sogar schon einmal einen eigenen Post gewidmet.
Beim Spaziergang, Bummel oder Einkauf mit eurem Baby wird euch aber insbesondere eine Spezie Mensch begegnen... und zwar die „Babygaffer“. Sie bleiben neben dir und deinem Baby stehen, stecken ihre Köpfe ganz tief in den Kinderwagen hinein und geben beim Anblick des kleinen Wesens Laute wie „Aaaah!“, „Ooooh!“ und „Gutschigutschigu!“ von sich.
Eine weitere, noch gemeinere Art der „Babygaffer“ sind die „Backenkneifer“. Sie strecken nichtsahnend und urplötzlich ihre Hände nach deinem Baby aus und kneifen mit ihren, meist schon etwas veralteten und faltigen Fingern, in die speckigen Wangen deines Babys. Wenn du Glück hast, hat dein Baby bereits einen Abwehrmechanismus gegen diese beiden Spezien entwickelt und fängt lauthals an zu schreien, wenn es eine der beiden Spezien nur wittert.
Versteht mich nicht falsch... Jeder liebe Mensch in meinem Umfeld, ob Familie, Freunde oder Kollegen, darf unser Baby gerne so lange bespaßen wie er möchte, ihm Fantasieworte ins Ohr flüstern, ihn abknutschen und von mir aus auch gerne liebevoll in die Wangen kneifen.
Aber wildfremde Menschen, die uns einfach auf der Straße über den Weg laufen - eben die oben beschriebenen Spezien - haben ungefragt an meinem Baby nichts verloren. Und da wir uns hier leider erst seit viereinhalb Monaten auf Erforschungstour nach solchen neuen Spezien befinden, befürchte ich sogar, dass wir bei Weitem noch nicht alle kennenlernen und entdecken durften.

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