Lian ist jetzt 14 Wochen alt und (wenn ich das so sagen darf) ein Traum von einem Baby. Manche von euch mögen ihn vielleicht auch als „Anfängerbaby“ bezeichnen. 
Bis auf ein paar wenige Ausnahmen schläft er bereits durch. Vor 8 oder 9 Uhr steht er in der Regel nicht auf. Er kann wirklich überall schlafen und hat kein Problem mit Gewusel oder zu lauten, ungewohnten Geräuschen. Man kann ihn problemlos überall mit hinnehmen und er lacht und erzählt eigentlich den ganzen Tag, ohne viel zu mosern. Er ist es gewohnt, viele Menschen um sich herum zu haben und auch fremden Personen begegnet er stets offen und mit einem Lächeln. Wie ich bereits sagte, ein Traum von einem Baby. 

Natürlich war das nicht von Anfang so. Gerade nach der Geburt, in den ersten paar Wochen mit dem kleinen, frischgeschlüpften Baby war das Mamasein für mich kein Zuckerschlecken. Gesprochen und mich mitgeteilt, habe ich in dieser Zeit kaum. Warum? Weil ich wirklich geglaubt habe, es würde nur mir so gehen. Auf Instagram, Facebook und Co strahlen sie dir entgegen - die frisch gebackenen Mamas. Alle strahlend schön, mit immer blitzblank geputzten Wohnungen und Babys, die bereits nach ein paar Tagen durchschlafen und nie schreien. Und auch in meinem Umfeld verlor kaum eine Mama auch nur ein Wort über die schwierige Anfangszeit. Leider leben wir in einer Gesellschaft, in der wir versuchen, uns von unserer besten Seite zu zeigen und nur unsere guten Seiten zu präsentieren. Startschwierigkeiten beim Elternsein haben da nichts verloren und werden totgeschwiegen. 

„Und wie ist es so als Mama?“ Ich weiß nicht, wie oft ich diese Frage in den ersten Wochen gehört habe. Meine Antwort auf eben diese Frage war immer die Gleiche: „Anstregend!“ Und obwohl es die Wahrheit war, war es anscheinend nie die Antwort, die man von mir hören wollte. Oft wurde sie einfach übergangen oder mit dem Satz „Ja, es ist halt eine Umstellung... Das war euch doch auch vorher klar!“ abgetan.

Dass ein Leben mit Baby eine Umstellung mit sich bringt und nicht einfach ist, war mir natürlich klar. Auf einmal ist da ein kleiner Wurm, um den man sich kümmern muss, den man beschützen und pflegen will. Natürlich war mir klar, dass sich das eigene Leben um 180 Grad verändern wird, dass die Nächte kürzer werden und man seine Bedürfnisse immer hinter die des Babys stellen wird. 



Dass die ersten Wochen nach der Geburt jedoch so hart und anstrengend sein würden, war mir nicht bewusst. Dass ich körperlich und seelisch an meine Grenzen stoßen würde, so viele Tränen vergießen würde und so oft an mir selbst zweifeln würde... das alles war mir nicht bewusst. 
Denn es verliert keiner ein Wort darüber, dass man anfangs vielleicht nur 2-3 Stunden Schlaf bekommt am Tag. Dass man es zwischen Baby füttern, Windeln wechseln und Wäsche waschen vielleicht nicht schafft auch nur eine vernünftige Mahlzeit zu essen. Dass man vor Erschöpfung, Hunger und Müdigkeit sitzend auf dem Sofa einschläft. Dass man nach stundenlangem Geschrei des Babys und damit einhergehendem Rumgetrage nur einfach einmal gerne 5 Minuten sitzen würde. 

Ja, dass alles war mir nicht bewusst, denn in unserer "Heile Welt"-Gesellschaft darf man kein Wort darüber verlieren, dass ein Leben mit Baby auch anstrengend sein kann. Ich hab es nun dennoch getan und sage euch: Jede - und ich meine JEDE - Mama hat diese Anfangsphase überstanden, die schwierig sein kann (aber nicht muss). Und solltet ihr euch irgendwann in eben dieser Situation befinden, wisst ihr genau: ALLER ANFANG IST SCHWER und ihr schafft das schon... für euch und euer Baby! Auf jeden Fall seid ihr nicht allein!